Review

July 7 - September 1, 2007

Vor genau einem Jahr eröffnete die Galerie Thomas Schulte ihre neuen Räume auf der Charlottenstraße in Berlin Mitte. Die Ausstellung Review zieht ein Bilanz und blickt auf die Positionen zurück, denen in dieser Zeit eine Einzelausstellung gewidmet wurde. Mit Idris Khan, Jacco Olivier und Pieter Rogiers zeigten wir in dieser Zeit drei Neuzugänge und mit Allan McCollums "Shape Project" die überaus erfolreiche Rückkehr eines der wichtigsten Konzeptkünstler in den internationalen Ausstellungsbetrieb.

Bewegung ist vielfach und auf zahlreichen Ebenen definierbar. Wir verstehen darunter nicht nur die physische Bewegung von einem Ort A zu einem Ort B. Bewegung ist auch geistige Bewegung und sie kann bewusst oder unbewusst vollzogen werden. Unsere eigene Bewegtheit oder Unbewegtheit beeinflusst unsere Wahrnehmung und die Wahrheit unserer Aussagen und gleichzeitig können    Unbeweglichkeit oder die Hemmung von Bewegung große geistige, körperlich und soziale Gefährdungen darstellen.

Rodney Graham’s berühmter Ausstellungs-beitrag „Halcion Sleep“  schildert den Künstler nach Einnahme eines starken Schlafmittels auf der Rückbank eines Autos liegend. Er wird schlafend von einem Bett in ein anderes transportiert. Die geistige Kontrolle seiner Bewegung in der physisch realen Welt ist ausgeschaltet. Die Bewegung vollzieht sich körperlich aber nicht geistig. Sind wir Herr unserer Bewegung oder dessen, was wir dafür halten?

Bas Jan Ader vollzieht die Bewegung, die einen dreifarbigen Blumenstrauß in drei einfarbige Sträuße und diese zurück in einen dreifarbigen Strauß verwandelt. Er findet damit unter anderem auch eine Metapher für unser tägliches Handeln und unser Bestreben Realität ordnend zu gliedern. Eine geistige Bewegung, die von einer höheren Ebene betrachtet auch ohne wirklichen Wert sein könnte und eine gewisse Entsprechung  und Erwiderung in der endlosen Reihe von unwahrscheinlichen aber geplanten Zufällen in der Kettenreaktion von Fischli und Weiss findet.

Mark Lombardi wiederum zeichnet ein System weltumspannender finanzieller Kriminalität und die Verbindungen internationaler Machtkartelle auf. Bewegungen, die uns ohne unser Wissen beeinflussen und regieren.

Und Gordon Matta-Clark gibt in einem Skizzenbuch in 21 Zeichnungen die tänzerische Energie wider, die ein so großer Faktor seines ganzen schöpferischen Handelns und Denkens ist.